Die Tulpomanie – so entsteht ein Börsencrash

Die Tulpe fand im Mittelalter über Persien und Konstantinopel den Weg nach Wien. Zu dieser Zeit war Carolus Clusius dort Leiter des kaiserlichen Botanischen Gartens. Er war von der Tulpe begeistert und ließ ihre Samen importieren. 1593 erhielt Clusius den Ruf für eine Professur an der Universität von Leiden und führte die Tulpe nach Holland ein. Die Fremdartigkeit dieser Pflanze faszinierte viele Menschen. Prachtgärten entstanden und feine Damen schmückten sich mit ihnen. Die Tulpe wurde bald zum begehrten Statussymbol.

Da die schönsten Flammenmuster rein zufällig durch einen Blattlaus-Virus entstanden, waren sie so nicht zu züchten und deshalb meist Einzelstücke. Das trieb die Preise auf Auktionen noch weiter in die Höhe. Bald begann man, Zwiebeln zu versteigern, die noch in der Erde waren. Um 1630 war es möglich, Optionsscheine auf Tulpenzwiebelanteile zu erwerben. Händler und Spekulanten freuten sich über Gewinne

in unglaublicher Höhe. Betrüger gaben Allerweltstulpen als kostbare Exemplare aus. Dreißig Jahre nach Ausgabe der ersten Aktie kam es zur ersten großen Spekulationsblase der Börsengeschichte. Die Preise stiegen von 1634 bis 37 auf mehr als das 50-fache an. Bestimmte Knollen wurden mit dem bis zu 100fachen ihres Gewichtes in Gold aufgewogen.

Die wertvollste Tulpensorte war die Semper Augustus (Bild), von der im ganzen Land nur rund ein Dutzend Zwiebeln kursierten. Auf dem Höhepunkt der Tulpomanie lag ihr Preis bei 10.000 Gulden. Das entsprach dem Wert eines edlen Amsterdamer Stadthauses in bester Grachtenlage!

1637 kam das böse Erwachen. In Haarlem konnte bei einer Versteigerung keine der angebotenen Tulpenzwiebeln zu dem verlangten Preis verkauft werden. In den folgenden Tagen brach der gesamte Tulpenhandel in den Niederlanden zusammen. Alle wollten verkaufen, aber keiner mehr etwas kaufen. Der Wert von Tulpen fiel um mehr als 95 Prozent. Ab dem 7. Februar stoppte der Handel schließlich gänzlich und der erste Börsencrash der Neuzeit war perfekt.

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